Banner Lipski & Schmidt

      Button verkleinern Button vergrößern  


Zuzahlungsregelungen nach dem Gesundheitsmodernierungsgesetz-GMG (in Kraft getreten am 01.01.2004)

 

Das GMG beinhaltete als wichtigste Änderungen die folgenden Punkte:


 - Die Patienten müssen nunmehr grundsätzlich zu allen Leistungen Zuzahlungen von 10 % der Kosten erbringen, höchstens aber 10 € und mindestens 5 €
 - Die Belastungsobergrenze für Zuzahlungen beträgt seitdem 2 % (für chronisch Kranke 1 %) des jährlichen Bruttoeinkommens; die bisherige vollständige Befreiung bestimmter Personengruppen entfällt
- Sterbegeld, Entbindungsgeld, nicht medizinisch notwendige Sterilisationen, Sehhilfen/Brillen und Fahrtkosten zur ambulanten Behandlung wurden grundsätzlich gestrichen, die Zuschüsse zur künstlichen Befruchtung halbiert
- Die Versicherten sollten sich von 2005 an für Zahnersatzleistungen privat absichern und von 2006 an das Krankengeld allein finanzieren
- Rentner zahlen seitdem die vollen Krankenkassenbeiträge auf Betriebsrenten und Einkünfte aus selbstständiger Arbeit
- Die Kassen erhalten jetzt für versicherungsfremde Leistungen einen Zuschuss aus Steuermitteln
- Die Kassen können Bonusprogramme anbieten und dürfen freiwillig Versicherten Beitragsrückzahlungen und Selbstbehalte gewähren
- Die Kassen dürfen in Zusammenarbeit mit Privatversicherern Zusatzversicherungen anbieten
- Die Errichtung medizinischer Versorgungszentren wird gefördert; die Kassen dürfen mit einzelnen Gruppen von Leistungsanbietern Verträge über eine integrierte Versorgung abschließen
- Krankenhäuser können für bestimmte Indikationen und hoch spezialisierte Leistungen sowie im Rahmen von strukturierten Behandlungsprogrammen (DMP) für die ambulante Behandlung geöffnet werden
- Ein neu zu gründendes Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen soll den Nutzen medizinischer Leistungen überprüfen
- Die Vergütung der Apotheken wurde neu geregelt; sie erhalten nun für verschreibungspflichtige Arzneimittel ein einheitliches Abgabehonorar pro Packung
- Nicht verschreibungspflichtige Medikamente wurden aus dem Leistungskatalog der Kassen gestrichen; Ausnahme: Kinder bis zwölf Jahre. Die Preisbindung für nicht verschreibungspflichtige Produkte entfällt
- Die Verwaltungskosten der Krankenkassen werden an die Entwicklung der Grundlohnsumme gekoppelt

(http://www.aok-business.de/aokplus/praxis-aktuell-magazin/ausgabe-2009-3/gesundheitswesen-2004.php)

 

Am interessantesten für die Versicherten sind die Zuzahlungsregelungen:

Bei Arzneimitteln und Verbandsmaterial ist eine Zuzahlung von 10 % des Preises, jedoch mindestens 5 € und maximal 10 €  pro Arznei- oder Verbandsmittel fällig. In jedem Fall müssen aber nicht mehr als die Kosten des Mittels selbst dazu bezahlt werden.

Bei Heilmitteln (z. B. Bäder, Bestrahlungen, Massagen, Krankengymnastik, Inhalationen etc.) und häuslicher Krankenpflege müssen Patienten 10 % der Kosten zuzüglich 10 € je Verordnung dazu zahlen. Bei häuslicher Krankenpflege ist die Zuzahlung jedoch auf 28 Tage pro Kalenderjahr begrenzt.

Bei Hilfsmitteln (z. B. Heimdialysegeräte, Hörgeräte, Krankenfahrstühle, orthopädische Schuhe, etc.) beträgt die Zuzahlung 10 % der Kosten, mindestens jedoch 5 € und maximal 10 €. Wenn die Kosten unter 5 € liegen, muss der tatsächliche Preis gezahlt werden.

Bei einem stationären Krankenhausaufenthalt wird eine Zuzahlung von 10 € pro Tag verlangt. Dies gilt für maximal 28 Tage pro Kalenderjahr.

Zuzahlungsregelungen bei Soziotherapie und bei Inanspruchnahme einer Haushaltshilfe: 10 % der kalendertäglichen Kosten, jedoch höchstens 10 € und mindestens 5 €.

Höhere Zuzahlungen bei der Stationären Vorsorge und bei Rehabilitation: die Zuzahlung liegt bei  10 € pro Tag. Bei Anschlussheilbehandlungen (AHB) ist die Zuzahlung allerdings auf 28 Tage begrenzt.

Medizinischen Rehabilitation für Mütter und Väter: Hier beträgt die Zuzahlung 10 € pro Tag

 

Für ausführlichere Informationen beachten Sie bitte das Infoschreiben des bpa:

- Informationen zum GMG-bpa (PDF)

 

Die so genannte Praxisgebühr in Höhe von 10 € je Quartal entfällt seit dem 1.1.2013!!!


© Lipski und Schmidt 2011 | Altenpflege in Essen | Krankenpflege in Essen | Tagespflege in Essen